Müssen Smoothies immer grün sein?

Häufig werde ich von meinen Freunden oder Kollegen gefragt, warum ich so eine Leidenschaft für grüne Smoothies habe – und warum zum Teufel meine Smoothies immer grün sein müssen? :-)

Ich gebe zu, als ich 2007 das erste mal mit grünen Smoothies in Kontakt kam (das war nach dem Abi, als ich meine "Nana" in Kalifornien besuchte und sie sich jeden morgen einen grünen Gemüsecocktail mixte), war ich auch mehr als skeptisch.

Man muss dazu sagen, dass sie aber auch schon zu den Hardcore-Smoothietrinkern zählte, die komplett auf Obst verzichtete und zu dem Blattgrün diverser Gemüsesorten auch noch hochkonzentriertes reines Chlorophyll mischte. Wow!

Sie versuchte nicht nur einmal, mich vom Nutzen und Geschmack ihres "Wonder drinks", wie sie ihn so schön nannte, zu überzeugen – doch gelang ihr das damals nur mit mäßigem Erfolg.

Was ich verstand: Je grüner, desto gesünder. Denn meine Nana schwor darauf, seit Einführung ihrer Morgenroutine ein so starkes Immunsystem zu haben, dass sie kaum bis gar nicht mehr an Erkältungen oder sonstigen Infektionskrankheiten mehr leide. 

Als Grund nannte sie den natürlichen grünen Farbstoff Chlorophyll, der in hoher Konzentration in unserer Natur vorkommt und für die satte Farbe der Pflanzen, Gräser und Blätter verantwortlich ist. Je dunkelgrüner ein Blatt, desto höher der Chlorophyllgehalt. 

So wird dem Chlorophyll u.a. nachgesagt, den Aufbau neuer Blutzellen zu fördern, die Wundheilung zu unterstützen und zur Entgiftung krebserregender Substanzen beizutragen. 

Ich vermute wir alle haben in der Schule im Biologieunterricht über die Fotosynthese der Pflanzen gelernt. Es handelt sich um den Prozess der Umwandlung von Wasser und Kohlenstoffdioxid in Glucose und Sauerstoff unter Einfluss der Sonnenenergie. Genau das passiert in grünen Pflanzen mithilfe des Chlorophylls. Und ohne grüne Pflanzen gäbe es wohl kein Leben auf der Erde. 

Victoria Boutenko beschreibt in ihrem Buch "Grüne Smoothies", dass grüne Pflanzen so ziemlich alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten, die der Mensch benötigt, um wirklich gesund zu sein. Forschungen haben ergeben, dass grünes Blattgemüse bereits seit tausenden Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen gehört (kein Wunder, wenn wir doch vom Affen abstammen). Doch mit Beginn der Industrialisierung haben sich nach und nach die Essgewohnheiten der Menschen verändert – statt frischem Obst und Gemüse stehen heute immer häufiger Weizenmehl, raffinierter Zucker und mit künstlichen Zusatzstoffen angereicherte Konserven auf dem Speiseplan. Industriell verarbeitete Lebensmittel sind einfach praktischer, günstiger und angeblich leichter konsumierbar. Doch sind sie das wirklich?

Als ich mich vor ca. 2 Jahren entschieden habe, nun dauerhaft auf die vegetarische Ernährung umzusteigen, fing ich an mich zunehmend mit Rohkost auseinander zu setzen. Ich habe schon immer gerne Salat in allen Variationen gegessen und empfinde es nicht als Verzicht, keine Fleischprodukte mehr zu konsumieren.

Dennoch habe ich mich viel damit beschäftigt, ob ich durch die vegetarische Ernährungsweise auch alle nötigen Nährstoffe zu mir nehme, die der Körper braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.

So bin ich schließlich erneut auf die grünen Smoothies gestoßen. Ich habe viel über die Bedeutung von Pflanzengrün gelesen und seither angefangen, mir täglich meine grünen Drinks zu mixen.

Anfangs habe ich mich noch an fertige Rezepte gehalten doch nach und nach wurde ich experimentierfreudiger und konnte schon bald meine eigenen Kreationen genießen. Und ich muss sagen: Seit ich grüne Smoothies als festen Bestandteil in meine Ernährung integriert habe, kann ich wesentliche Veränderungen an meinem Körper und meinem Wohlbefinden feststellen:

So fühle ich mich heute wesentlich fitter und energiegeladener (ich habe früher oft unter Schlappheit und Müdigkeit gelitten) und auch meine Haut ist deutlich reiner geworden. Auch verspüre ich weniger Lust auf Süßigkeiten und meine Heißhungerattacken sind seltener geworden (ich arbeite allerdings immer noch daran, dass sie komplett nachlassen). Außerdem war ich tatsächlich seit bestimmt 2 Jahren nicht mehr wirklich krank (selbst Erkältungen konnte ich immer nochmal im letzten Moment abwehren) – ein ähnlicher Effekt also, wie bei meiner Nana. :-)

Ich führe das eindeutig auf die grünen Smoothies zurück und möchte sie heute nicht mehr missen. 

Doch selbstverständlich sollte jeder seine eigenen Erfahrungen machen. 

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