Ist das essbar oder kann das weg?

Kennst du diese typischen Kisten im Supermarkt, in die man das "lästige" Grünzeug vom Gemüse werfen kann, weil es Zuhause sowieso nur im Müll landen würde? Mir zerbricht es fast jedes Mal das Herz, wenn ich sehe, wie Kunden die grünen Blätter von Kohlrabi, Möhre, roter Bete und Co. abreißen und sie in diese besagten Kisten schmeißen – klar, man könnte meinen, es sei Abfall, da man selten in Kochbüchern von der Verwendung eben dieser grünen Enden liest. Doch wie wertvoll gerade die grünen Blätter von unserem geliebten Knollen- und Wurzelgemüse sein können, wissen die Wenigsten. Und mir ging es da lange Zeit nicht anders, bis ich angefangen habe, mich mit der Heil- und Wirkkraft grüner Smoothies zu beschäftigen und erstaunliches über Möhrengrün, Kohlrabiblätter und Co. herausfand ...

Bei meinen ersten Recherchen nach passenden Rezepten für grüne Smoothies bin ich ziemlich schnell auf den Tipp gestoßen, besser auf Wurzel- und Knollengemüse wie Karotten, rote Bete, Brokkoli, Zucchini oder Kohlrabi als Smoothie-Zutaten zu verzichten. Dieses Gemüse eignet sich aufgrund seines hohen Stärkegehaltes nämlich weniger als Zutat, da es in der Kombination mit Früchten und Obst schnell zur Gasbildung im Darm, also zu Blähungen, kommen kann. Das will man ja eher nicht so gerne provozieren. :-) 

Doch ich hatte absolut nicht auf dem Schirm, dass es nicht nur ungiftig, sondern im Gegenteil, sogar total gesund sein soll, ausgerechnet die grünen Blätter der genannten Gemüsesorten zu verzehren! So hätte ich zum Beispiel nie gedacht, dass die Nährstoffdichte in den Gemüseblättern so extrem hoch ist – häufig sogar höher als in der eigentlichen Wurzel oder Knolle! Hier sitzen unwahrscheinlich viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Kohlrabiblätter haben sogar einen doppelt so hohen Vitamin C-Anteil als die Knolle! Gleiches gilt für die Blätter von roter Bete. Gerade jung geerntet eignen sie sich daher hervorragend als Salat- oder Smoothiegrundlage (häufig auch unter dem Namen Bulls Blood zu finden).

Die Liste an unterschiedlichem Blattgrün, welches du für deine Smoothies verwenden kannst, wird dadurch also wesentlich länger. Und genau diese Vielfalt ist ein wesentlicher Punkt, den es nicht zu vernachlässigen gilt.

Denn du solltest stets darauf achten, möglichst viel Abwechslung in deine Ernährung zu bringen, anstatt dich wochenlang von dem gleichen Smoothie mit dem gleichen Blattgrün zu ernähren. 

Im Pflanzengrün sind neben all den guten Nährstoffen auch immer geringe Mengen von unterschiedlichsten Alkaloiden enthalten. Alkaloide wirken in großen Mengen giftig, in kleinen Dosen jedoch sind sie absolut nicht schädlich. Manche Sorten Blattgrün enthalten zudem Oxalsäure (Spinat und Mangold zum Beispiel), welche bei übermäßigem Verzehr die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann. Doch keine Sorge! Hier ist wirklich von übermäßigem und zugleich einseitigem Verzehr die Rede!

Sorge einfach dafür, dass du nicht nur Spinat-Smoothies trinkst, sondern stets unterschiedliches Gemüse und Pflanzengrün zu dir nimmst, um potenzielle Vergiftungserscheinungen zu vermeiden und dafür von all den verschiedenen positiven Heil- und Wirkkräften zu profitieren.

Folgende Auflistung an unterschiedlichem Blattgrün kann dir zukünftig helfen, mehr Abwechslung in deine Zutatenliste für deine Smoothies zu bekommen. Hierbei liste ich jetzt nur die "gängisten" Arten auf, die auch in fast jedem Supermarkt zu finden sind:

Grüne Gemüsepflanzen, Salat- und Kohlarten:

  • Babyspinat*
  • Bataviasalat
  • Endiviensalat
  • Feldsalat
  • Grünkohl
  • Kopfsalat
  • Lollo Bionda
  • Mangold
  • Pak Choi 
  • Palmkohl
  • Postelein
  • Römersalat
  • Rucola

*enthält weniger Oxalsäure, da er früher geerntet wird als "normaler" Spinat

Verschiedene grüne Kräuterarten:

  • Basilikum
  • Brennnesseln
  • Brunnenkresse
  • Gartenkresse
  • Kapuzinerkresse
  • Koriander
  • Löwenzahn
  • Malve
  • Minze
  • Petersilie
  • Sauerampfer

Grüne Blätter von Wurzel- und Knollengemüse:

  • Möhrengrün
  • Rote-Bete-Blätter (häufig auch als "Bulls Blood" zu finden)
  • Kohlrabiblätter
  • Radiesschenblätter
  • Sellerieblätter

Heutzutage kannst du in vielen Supermärkten auch auf pulverisiertes Grün von unterschiedlichsten Herstellern zurückgreifen. Es ist sehr praktisch einen Vorrat an grünem Pulver Zuhause zu haben, jedoch würde ich es tatsächlich entweder immer nur ergänzend zu frischem Grün verwenden oder aber nur, wenn gerade kein frisches Blattgemüse vorrätig ist – zum Beispiel auf Reisen. Ich würde mich im Alltag aber eben nicht nur darauf beschränken.

Auch hier ist die Auswahl mittlerweile riesig groß. Interessant finde ich die Kombinationen an Wildkräutern oder Algen, die wir nicht alltäglich frisch kaufen oder selbst sammeln können (eben weil wir z.B. in einer Großstadt statt auf dem Land leben :-/ ).

 

Grüne Pulver gibt es z.B. aus:

  • Weizengras
  • Gerstengras
  • Brennnessel 
  • Matcha
  • Löwenzahn
  • Spirulina
  • Chlorella

Ein wichtiger Punkt noch zum Schluss.

Vielleicht mag dir diese Liste an grünen Vorschlägen übertrieben vorkommen und du kannst mit meinem Drang nach natürlicher, rohköstlicher Ernährung eher weniger anfangen. Das ist auch völlig in Ordnung so. Mein Punkt ist nur der Folgende:

Leider haben wir Menschen mit dem Zeitalter der Industrialisierung verlernt, uns intuitiv und unseren Instinkten entsprechend zu ernähren. Heutzutage geben wir uns lieber blind in die Hände der Industrie, vertrauen den Lebensmittelkonzernen, die richtigen Inhaltsstoffe für unsere Lebensmittel zusammenzustellen und hinterfragen leider nur noch selten kritisch, welche Inhaltsstoffe sich in all den angebotenen Produkten verbergen. Oft wollen wir auch einfach gar nicht wissen was wir alles an Zusatz-, Farb- und Konservierungsstoffen in uns hinein stopfen. Denn dass die vielen unnatürlichen Stoffe und Chemikalien unserem Körper auf lange Zeit schaden, sollte ja klar sein. Umso wichtiger finde ich es, dass wir uns wieder mehr mit natürlicher Nahrung auseinandersetzen und wieder anfangen, kritisch zu denken und zu hinterfragen was die Werbeindustrie und tagtäglich erzählt! 

Die Natur ist voll von gesunden Produkten, die auf natürliche Weise entstehen und wachsen und von Superheilkräften nur so strotzen! Wir brauchen keine Medikamente, die unseren Körper im Falle von Krankheit und Unwohlsein, wieder flott machen. Nein, soweit muss es nämlich gar nicht erst kommen. Wenn wir uns gesund und natürlich ernähren, bilden wir die Basis für einen gesunden und fitten Körper, der mit all den nötigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt wird, die er braucht.

Und grüne Smoothies tragen einfach einen wesentlichen Teil dazu bei. :-) 

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Kommentare: 1
  • #1

    Jacqueline (Mittwoch, 01 März 2017 20:08)

    Wow - Maren ich bin ja so begeistert von deiner Auflistung wie viele Unterschiedliche grüne Zutaten es in den Smoothie schaffen könnten! Und muss mir auch ein bisschen an die eigene Nase fassen, denn dass ich mich öfter mal schlapp fühle und nicht so ganz fit, liegt bestimmt nicht nur an wenig Schlaf in manchen Nächten, sondern eher mal an dem was ich zu mir nehme, wenn es daheim im Kochtopf mal wieder schnelle gehen soll!

    Liebste Grüße,
    Jacqueline