1 Woche zuckerfrei – mein erstes Zwischenfazit

Eine Woche faste ich bereits Zucker – Zeit für ein allererstes Zwischenfazit!

Zunächst möchte ich sagen, wie verdammt cool es ist, so viel positives Feedback aus meinem Umfeld von Freunden und Kollegen oder auch auf Instagram zu meinem Projekt zuckerfrei zu bekommen! Mir war gar nicht bewusst, wie viele von euch auch schonmal Zucker gefastet haben oder aber aktuell mit mir in einem Boot sitzen. So ist das Durchhalten schonmal einfacher und man kann von gegenseitigen Erfahrungen profitieren. 

Und genau darum geht es mir bei diesem Projekt ja auch. Ich möchte Erfahrungen sammeln, herausfinden wie mein Körper auf den Entzug reagiert und testen, welche gesundheitlichen Effekte ich bemerke. 

Wie ist es mir also bisher ergangen? Welche Regeln habe ich mir selbst auferlegt und wie streng bin ich mit mir? :-)

Tag 1 und 2 waren tatsächlich nicht so leicht. Ich hatte zwar im Vorfeld einiges zum Zuckerfasten recherchiert, doch ich musste ziemlich schnell feststellen, dass ich wohl nur so semi gut vorbereitet war. Die "richtigen" Zutaten einkaufen oder Mittagessen vorkochen– puuuuh, das dauert ja ewig! Das hatte ich echt unterschätzt. Und bei meinem Tagesablauf ist quasi jede Sekunde durchgetaktet. :-/ Als dann ausgerechnet an Tag 1 meine Arbeitskollegen alle Pizza zum Abendessen bestellten, wurde ich doch schon etwas grantig und bin dann auch frühzeitig nach Hause gegangen, da ich vor Hunger und Futterneid einfach nicht mehr beim Pizza essen zuschauen konnte. :-)

So wirklich klar war mir am Anfang auch noch nicht, was denn jetzt eigentlich für die nächsten 40 Tage noch auf meiner Speisekarte stehen darf und was nicht.

Ich hatte ursprünglich das Projekt mit dem Gedanken begonnen, einfach mal 40 Tage auf industriellen Zucker zu verzichten – und damit auch auf jeden versteckten Zucker, der sich in unzählig vielen Lebensmitteln verbirgt, die ich liebend gerne esse (z.B. Balsamico-Essig, Salatgewürze, Gemüsebrühe, ...). Dazu kommen natürlich all die offensichtlichen Süßigkeiten, wie Schokolade, Kuchen, Chips und Co. 

Doch als ich dann an Tag 1 das Buch "Zuckerfrei" von Hannah Frey in den Händen hielt, wurde mir bewusst, dass ich den Rahmen noch deutlich größer spannen kann. Denn Hannah empfiehlt während des Zuckerfastens wirklich KOMPLETT auf jegliche Süße zu verzichten, um den Körper so richtig zu entwöhnen und auf Zuckerentzug zu setzen. Also auch keine Süßstoffe oder Zuckerersatzstoffe wie Ahornsirup, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Honig. Wow, das ist mal ne Stufe härter.

Doch sie teilt die Zuckerfrei-Challenge in zwei Phasen ein. Phase 1 geht von Tag 1-30 und Phase 2 von Tag 31-40! Je nach Phase gibt es dann unterschiedliche Lebensmittel, die "erlaubt" sind gegessen zu werden.

In Phase 1 empfiehlt sie, den Zuckerkonsum radikal auf Null runterzufahren. Das bedeutet, dass nicht nur auf Haushaltszucker verzichtet wird, sondern eben auch auf jegliche alternativen Süßungsmittel, um sich erstmal den süßen Geschmack und den Heißhunger auf Süßigkeiten abzugewöhnen, um so auch wieder die eigenen Geschmacksnerven für natürliche Süße zu trainieren. 

 

Kurzer Einschub – Was ist denn jetzt eigentlich alles Zucker?

Entsprechend ihrer Zusammensetzung werden Kohlenhydrate in Einfach-, Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzucker aufgeteilt. Während der süße Einfachzucker (z.B. Glukose und Fruktose) sehr schnell vom Körper aufgenommen werden kann, ist er zugleich auch ein sehr schneller Energielieferant, der den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lässt – und du bekommst Hunger. Als Zweifachzucker wird hingegen der handelsübliche Haushaltszucker (Saccharose) bezeichnet, der in jeder Süßigkeit zu finden ist. Hierzu zählt zum Beispiel ebenfalls Milchzucker und Malzzucker. Langkettiger Zucker hingegen ist weniger süß und muss von den Enzymen erst in Glukose aufgespalten werden. Dieser Vorgang dauert länger, der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an – und du bleibst länger satt. Langkettiger Zucker kommt u.a. in Hülsenfrüchten oder stärkehaltigen Lebensmitteln, wie Getreide, Reis oder Kartoffeln vor. 

 

Und genau hier liegt für mich bereits die erste große Herausforderung. 

Denn in Phase 1 sind lediglich stärkearme Gemüse, fruktosearmes Obst, Milchprodukte, Tee und Kaffee, Nüsse, Kerne, Fette und Öle, Gewürze, Fisch und Fleisch, Eier und Pseudogetreide (z.B. Quinoa oder Buchweizen) ERLAUBT

Bedeutet im Umkehrschluss, dass alle Vollkornprodukte (also Brot, Nudeln, Reis), stärkehaltige Gemüse (Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Mais), Trockenfrüchte, süßes Obst, natürliche Zuckeralternativen (Kokosblütenzucker, Reissirup, Honig, ...) oder natürlich auch Alkohol NICHT ERLAUBT sind. Und da ich weder Fisch noch Fleisch esse, scheiden diese zwar erlaubten Lebensmittel, leider ebenfalls für mich aus.

Vollwertige Getreide und stärkehaltige Gemüse sowie Trockenfrüchte stehen erst wieder in Phase 2 auf dem Speiseplan der erlaubten Lebensmittel.

 

Hat man sich einmal in das Konzept eingelesen und die Grundregeln verstanden, kann es losgehen. Es fällt mir bisher erstaunlich leicht, auf Vollkornprodukte wie Brot, Reis oder Nudeln zu verzichten (da fastet man Zucker und testet parallel direkt eine glutenfreie Ernährung, wer hätte das gedacht!). Auch Süßigkeiten wegzulassen, fällt mir bisher überhaupt nicht schwer. Nach nun 7 Tagen habe ich sogar das Gefühl, deutlich weniger Hunger zu haben als sonst – ich esse also insgesamt weniger, wovon ich anfangs gar nicht ausgegangen bin.

Doch ich muss zugeben, dass ich an der ein oder anderen Stelle ein wenig meine eigenen Spielregeln aufgestellt habe. Denn da ich weder Fisch noch Fleisch esse, möchte ich in Phase 1 zumindest nicht auf Süßkartoffeln, Kartoffeln, Trockenfrüchte oder mein geliebtes Obst verzichten. Die darin enthaltene Stärke oder Fruktose ist natürlich und nicht industriell hinzugefügt, deswegen mache ich hier für mich eine Ausnahme. Und irgendwas muss ich schließlich noch genussvoll essen können. :-)

Was den Rest angeht, bin ich aber ziemlich konsequent und das auch wirklich mit großer Leichtigkeit! Es ist zwar ein wenig lästig, jeden Tag im Voraus schon zu planen, was ich am nächsten Tag frühstücken kann, oder zum Mittag bei der Arbeit esse, aber ich bin sicher, dass ich mich auch daran noch gewöhnen werde in den kommenden Wochen.

Und was ich übrigens als riesen Vorteil ansehe, ist die Tatsache, dass ich nun mal Dinge einkaufe und teste, die zuvor nur selten oder noch nie in meinem Einkaufskorb gelandet sind!

So zum Beispiel Buchweizenmehl und -flocken, Kokosmehl, Reisflocken, Erdnussmus, Tamari Sojasauce, rohes Kakaopulver, ... usw.!

 

Ich bin gespannt, ob die nächsten Wochen ebenso easy weiterlaufen und ich meine gute Laune so aufrecht erhalten kann. Ich werde definitiv weiter drüber berichten und freue mich über jeden Kommentar, jedes Feedback und jeden weiteren Erfahrungsbericht! :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Britta (Mittwoch, 08 März 2017 11:38)

    Liebe Maren, ich bin froh, dass du nicht auf Obst (+Süßkartoffeln, Kartoffeln etc.) verzichtet, denn ich hätte Angst, dass du überhaupt noch etwas zu dir nimmst, wenn du auch das gestrichen hättest ;)
    Vielleicht hilft dir das Projekt auch langfristig, dir mehr Zeit bei der Essenszubereitung zu nehmen und nicht immer nur "einen schnellen Salat" zu machen. Denn Kochen kann auch Spaß machen und so lernt man die Produkte tatsächlich am besten kennen. Viel Erfolg weiterhin! :-*