Glücksmoment: 40 Tage ohne Zucker – Ich habe es geschafft!

Ich bin sooooooo happy! Der Frühling ist da, die Sonne scheint und, was noch viel toller ist, ich habe es geschafft! 40 Tage Zuckerfasten liegen hinter mir und ich bin richtig stolz, es so gut durchgezogen zu haben. :-) Wie schnell die Zeit vergangen ist, kann ich selbst kaum glauben. Zeit also für einen ausführlichen Recap:

  • Wie geht es mir?
  • Was fiel mir leicht, was fiel mir schwer?
  • Wie hab ich das durchgehalten?
  • Welche Veränderungen stelle ich an meinem Körper fest? 
  • Und wie soll es in Zukunft weitergehen?

Um eins direkt vorweg zu nehmen: Es geht mir blendend! Ich bin super gut gelaunt und voller positiver Energie. Klar, das mag durchaus am guten Frühlingswetter liegen, aber es zeigt auch, dass mir die 40-Tage-Challenge auf keinen Fall geschadet hat. :-)

 

Springen wir gedanklich nochmal 40 Tage zurück:

Aschermittwoch gab den Startschuss für die Fastenzeit. Ab dem Tag waren jegliche Süßigkeiten, sowie alle Getreideprodukte, zuckerhaltigen Fertigwaren und gesüßten Getränke von meinem Speiseplan verschwunden. Das war tatsächlich erstmal eine Umstellung und Umgewöhnung und die ersten Tage hab ich mich auch etwas schwer getan. Schnell habe ich gemerkt, dass ich mein Einkaufsverhalten in einigen Punkten auf jeden Fall anpassen muss – andere Salatkräuter, ungezuckerter Sojajoghurt, nur bestimmte Sojamilch, keine Balsamico-Creme mehr, andere Gemüsebrühe, keine belegten Brötchen vom Bäcker mehr, kein Kuchen, kein Brot, keine Pasta, keine Pizza, etc., etc. ...

Was mir besonders zu schaffen machte, war die fehlende Spontanität im Alltag. Ich war es nicht gewohnt, mein Mittagessen für's Büro vorzukochen, denn normalerweise hole ich mir in der Mittagspause einfach schnell mal ein Brötchen oder einen Wrap auf die Hand oder einen gemischten Salat. Doch das ging plötzlich nicht mehr so einfach – zumindest konnte ich meinen Lieblingssalat plötzlich nur noch ohne Dressing bestellen (um mir dann im Büro mein eigenes Dressing ohne Zucker anzurühren). Das empfand ich als ziemlich nervig und zeitaufwendig.

Der Verzicht auf Schokolade, Kekse, Kuchen und Co. hingegen fiel mir etwas leichter. Klar, ich hatte ab und zu schon mal Lust auf was anderes als Kaffee, Tee oder Wasser – aber dennoch konnte ich da relativ diszipliniert bleiben (bis auf 1-2 kleine Ausnahmen, wo ich mir zu besonderen Anlässen mal ein Glas Wein erlaubt habe).

Bereits nach einer Woche Zuckerverzicht habe ich bemerkt, dass sich meine Geschmacksnerven schon angepasst hatten – eine Banane schmeckte für mich plötzlich viel süßer als sonst! Gleiches galt für Rosinen, Datteln oder Weintrauben. Auf Obst habe ich nämlich während der 40 Tage nicht verzichten wollen. Mein Hauptanliegen war es primär, den verstecken Industriezucker zu entlarven und darauf zu verzichten. Da einem der Verzicht leichter fällt, wenn man dann auch jegliches Getreide weglässt, habe ich in das meine Challenge integriert (außerdem wollte ich eh schon immer mal eine Gluten-Pause einlegen). Doch Obst gehört für mich einfach zum Leben dazu.

Mit der Zeit wurde der Verzicht dann immer einfacher. Meine anfängliche Lust auf was Süßes, z.B. nach dem Mittagessen, ließ ziemlich schnell nach und es dauerte nicht lange, bis ich auch meinen Kollegen entspannt dabei zuschauen konnte, wie sie genüsslich vor meinen Augen Schokobons, Wassereis oder Geburtstagstorte aßen. :-)

 

Wie ich das durchgehalten habe?

Ein wirkliches Erfolgsgeheimnis habe ich da nicht. Ich denke was wirklich hilft, ist dass man Bock auf die Challenge hat. Bock, sich selbst zu testen und neue Erfahrungen zu machen. Denn das kann wirklich Spaß machen und erweitert den eigenen Horizont! Ich habe viele neue Lebensmittel eingekauft, die ich vorher noch nicht kannte und mir dann Inspirationen auf Blogs und in Büchern geholt und einfach drauf los gekocht und neue Rezepte ausprobiert. Außerdem denke ich, dass es hilft, wenn man nicht allzu verbissen an so eine Challenge herangeht. Wie ich in anderen Posts auch schon beschrieben habe, gab es doch das ein oder andere Mal, an dem ich mal eine Ausnahme gemacht habe (z.B. als ich mir in Rom dann doch an einem Abend eine Pizza gegönnt habe oder mal das ein oder andere Glas Wein). Das Ganze sollte Spaß machen und kein verkrampfter Zwang sein. Und wenn es dann eben mal einen Anlass gibt, an dem man einfach nicht verzichten möchte oder sogar gar nicht kann (weil der Speiseplan es auf Reisen manchmal gar nicht anders zulässt), dann ist es eben so. Dadurch muss man nicht gleich alles in Frage stellen, sondern macht am nächsten Tag einfach weiter – und so nähert man sich Schritt für Schritt dem Ziel!

Selbstverständlich gehen 40 Tage Zuckerverzicht auch nicht spurlos an einem vorbei! Was ich alles an Veränderungen an mir, meiner Stimmung und meinem Körper festgestellt habe und welche Auswirkungen die Challenge sonst noch auf mich hatte, möchte ich gerne einmal zusammenfassen.

 

40 Tage Zuckerverzicht haben gezeigt, dass ich:

  • mal wirklich aufmerksam feststellen konnte, in wie vielen Produkten Zucker versteckt ist – auch in solchen in denen man es nie erwarten würde (z.B. Nussmischungen, Salatgewürze, als "zuckerfrei" deklarierte Kaugummis, ...)
  • mein Einkaufsverhalten verändert habe und nun mit geschultem Auge einen genaueren Blick auf die Zutatenlisten und Inhaltsstoffe werfe
  • immer mehr Spaß am Kochen und Backen bekomme :-)
  • weniger Hunger habe und mir drei Mahlzeiten am Tag ausreichen, ohne irgendwelche Zwischensnacks zu brauchen
  • keine Heißhungerattacken mehr habe
  • keine Lust mehr auf Süßigkeiten, wie Schokolade, Kekse oder Kuchen verspüre
  • verzichten gar nicht schwer finde, es erfordert zwar Disziplin, aber es kann nach ein paar Tagen sogar Spaß machen
  • mich ganz schön häufig erklären musste, warum ich gewisse Lebensmittel nicht essen wollte (auf neugierige Fragen, Rechtfertigungen, Diskussionen und Neckereien sollte man sich eindeutig gefasst machen)
  • tatsächlich ein paar Kilos an Gewicht verloren habe, obwohl das gar nicht meine Absicht war (ich besitze zwar keine Waage, aber ich merke, dass meine Hosen deutlich lockerer sitzen)
  • mich einfach rundum gut, energiegeladen und wohl fühle

Doch wie geht es jetzt in Zukunft weiter?

Das ist tatsächlich eine Frage, über die ich mir noch gar nicht so viele Gedanken gemacht habe. Fest steht, dass ich durch die Challenge ein deutlich besseres Gefühl für verzuckerte Lebensmittel bekommen habe und beim Einkaufen mehr darauf achten werde, "cleane" Lebensmittel, also möglichst unverarbeitete Produkte zu kaufen. Denn meine begonnene Freude am Kochen und Backen lässt sich mit Sicherheit noch weiter ausbauen. :-) 

Ich werde auch mit Sicherheit meinen Weizenkonsum weiter einschränken und darauf achten, weniger Brot und Brötchen zu essen. Komplett darauf verzichten werde ich aber auf keinen Fall. Schon gar nicht möchte ich, wenn ich auswärts in Restaurants esse oder unterwegs auf Reisen bin, immer eine Extrawurst beim Kellner bestellen und mich selbst so maßregeln. Denn Essen gehen bedeutet für mich wirklich puren Genuss! Das macht weniger Spaß, wenn man jedes Mal die Speisekarte dreimal umdrehen muss, um dann festzustellen, dass man nur die Wahl zwischen gedünstetem Gemüse oder einem Salat ohne Dressing hat. :-/

Für Zuhause werde ich aber auf jeden Fall weiter versuchen, möglichst auf Zucker zu verzichten. Ich bin gespannt, wann meine Lust auf Süßigkeiten zurückkommt. Solange ich keine Lust auf Schokolade verspüre (wie es momentan noch ist), werde ich selbstverständlich auch erstmal nicht wieder anfangen, sie zu essen. Doch das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, dann haben mich meine Schokobons zurück! :-)

 

Abschließend kann ich wirklich jedem nur ans Herz legen, selbst mal so eine Fastenzeit einzulegen und zu testen, wie der eigene Körper und die Psyche auf so einen langen Zuckerentzug reagieren. Darüber lesen kann man viel, doch wirklich ausschlaggebend ist doch immer die eigene Erfahrung. Falls ich den ein oder anderen dazu inspirieren konnte, den eigenen Zuckerkonsum mehr zu reflektieren und bewusster seine Lebensmittel einzukaufen, dann freut es mich auf jeden Fall riesig! 

Und wem meine Rezeptvorschläge bisher gefallen haben, den kann ich jetzt noch mit ein paar weiteren Rezeptideen und Fotos meiner Kreationen aus der vergangenen Woche erfreuen. :-)

 

Smoothie-Bowl

Auch ein super Frühstück. Im Gegensatz zu "normalen" Smoothies, sind Smoothie-Bowls etwas dickflüssiger, sodass du sie gut löffeln kannst. So nimmst du dir außerdem automatisch mehr Zeit für dein Frühstück und schlingst den Smoothie vermutlich nicht so schnell herunter, als wenn du ihn trinken würdest. :-)

 

Die Zutaten:

  • eine handvoll Spinat
  • 1 Banane
  • 1 Apfel
  • 2 Datteln
  • eine handvoll Buchweizenflocken
  • Reismilch

Alles mixen und in eine Schüssel geben. Mit Früchten bestreuen, wie in diesem Fall mit Himbeeren, Apfelscheiben, Gojibeeren und Kokosflocken. :-)

 

Rosenkohl-Birne-Salat

Wer Rosenkohl mag, wird diesen Salat lieben! Ich habe ein ähnliches Rezept in einem Kochbuch von Rüdiger Dahlke gefunden. 

 

Die Zutaten:

  • 2 handvoll Rosenkohl
  • 2 Birnen
  • grüner Salat (in diesem Fall Kraussalat)
  • 1 Lauchzwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zitrone
  • Chilipulver
  • Salz & Pfeffer
  • Haselnüsse, Walnüsse, Kürbiskerne, Pinienkerne & Sonnenblumenkerne

Den Rosenkohl für ca. 10 Min. kochen, sodass er nach wie vor eine bissfeste Konsistenz hat. Parallel die Birnen in kleine Würfel schneiden und das Dressing anrühren. Dafür das Olivenöl, den Knoblauch, die Lauchzwiebeln sowie den Chili, Salz und Pfeffer in einer Schale vermischen und den Saft einer gepressten Zitrone hinzugeben.* Die Nüsse und Kerne in einer Pfanne kurz anrösten.

Ist der Rosenkohl fertig gekocht, das Wasser abgießen und ihn kurz abkühlen lassen, bevor du ihn in kleine Würfel schneidest. Den grünen Salat klein schneiden und mit den Birnen- und Rosenkohlstücken vermengen. Dressing und die gerösteten Nüsse drüber geben – und fertig ist ein super leckerer Rosenkohl-Birne-Salat!

 

*Wer es lieber etwas süßer mag, kann gerne noch 1 TL Ahornsirup hinzugeben, das passt wunderbar in der Kombination!

 

Quinoa-Petersilie-Salat

Das Rezept für diesen Quinoasalat habe ich ursprünglich im Buch "Zuckerfrei" von Hannah Frey gefunden – es dann aber mit Avocado, Haselnüssen und Knoblauch noch leicht abgewandelt und für mich perfektioniert. Und der Salat schmeckt göttlich!

 

Die Zutaten:

  • ca. 150 g Quinoa
  • 2-3 Tomaten
  • 1 Avocado
  • 1 Bund frische Petersilie
  • Haselnüsse
  • 1 EL zuckerfreie Gemüsebrühe
  • 1 Zitrone
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • Chilipulver
  • Salz und Pfeffer

Den Quinoa in doppelter Menge Wasser mit der Gemüsebrühe für ca. 15 Min. kochen – dann vom Herd nehmen und noch für ca. 5 Min. aufquellen lassen.

 

Parallel den Knoblauch pressen und mit 3 EL Olivenöl, dem Saft einer Zitrone, Chilipulver, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verrühren. Ca. ein Bund Petersilie klein schneiden/hacken und zur Sauce geben.

Anschließend die Avocado und Tomaten in kleine Würfel schneiden und hinzufügen. Die Haselnüsse leicht zerkleinern und für ca. 5 MIn. in der Pfanne rösten. Nun kannst du den Quinoa und die gerösteten Haselnüsse mit in die Schüssel geben. Alles verrühren und genießen... Ein Traum, versprochen!

 

Bananenbrot

Das Rezept für das Bananenbrot habe ich schonmal gepostet – in diesem Fall ist es jetzt in einer Kastenform gebacken, es sind deutlich mehr Nüsse drin und der Ahornsirup wurde komplett weggelassen. :-)

 

Gebratenes Gemüse mit Quinoa-Hirse und Hummus


Kochen kann so simple sein – in diesem Fall gab es einfach nur gebratenes Gemüse (Süßkartoffel, Paprika, grüner Spargel, Zucchini, Champignons und Zwiebeln mit Gewürzen), dazu eine Mischung aus Quinoa und Hirse, sowie selbstgemachter Hummus (aus Kichererbsen, Knoblauch, Sesamöl, Sesam, Kreuzkümmel und Salz & Pfeffer). Yummie!!!

 

Abschließend noch mein Lieblingsbild von einem meiner letzten Einkäufe – ein wahres Vitamin-Paradies!

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Kommentare: 1
  • #1

    Sarah :) (Freitag, 14 April 2017 07:48)

    Hej hab tatsächlich genau das gleiche durchgezogen nur halt getreide nicht rausgehalten. Find es total interessant, dass dieses mittagstief nicht mehr da ist. Ich fühl mich den ganzen Tag durchgehend wach und fit. Die ersten Wochen fand ichs echt sehr schwer, jetzt denk ich dass ich es genau wie du beibehalte aber eben beim ausgehen keine extra wünsche möchte (das fand ich das Schwierigste)

    Viel Erfolg weiterhin ;)